Vorbericht Auktion 287 "Europäisches Glas und Studioglas"

Vorbericht Auktion 287 "Europäisches Glas und Studioglas"

Am 3. Juli widmet sich das Hause Dr. Fischer wieder ganz dem Glas. In der Sommerauktion kommen rund 600 Glaspositionen verschiedenster Epochen zum Aufruf. Im Bereich des Schnittglases ist ein seltener Pokal mit erotischer Darstellung hervorzuheben. Der von Andreas Friedrich Sang um 1740 gravierte Pokal ist mit 2.500 bis 3.500 € angesetzt. Für einen Potsdamer Pokal mit sogenannten „Fruchtkindern“ aus dem ersten Drittel des 18. Jh. werden 1.800 – 2.300 € erwartet. Die geweitete Kuppa ziert ein umlaufender, tief und fein geschnittener, teils polierter Dekor: im Schatten eines Baumes tragen sechs Putten in verschiedenen Stellungen, eine Früchtegirlande. Vergleichbare Darstellungen von Putten und Bacchanten gibt es auf Gläsern aus der Werkstatt Martin Winter, aber vor allem als Werke seines Neffen Gottfried Spiller, der bis 1721 in Berlin als Glasschneider nachweisbar ist. In der gleichen Tradition hat später auch Elias Rosbach, der seit der zweiten Hälfte der 1720er Jahre in Berlin als Graveur tätig ist, gearbeitet. Ein seltener Jagdpokal in Zwischengoldtechnik, der um 1730 entstanden ist, ist auf 2.000 bis 2.500 € geschätzt. Ein Flügelglas „Facon de Venise“ aus dem 17./18. Jh. wird mit 1.200 € aufgerufen. Im Bereich Jugendstil ist eine Daum Henkelvase mit einem sehr seltenen „Champignon“-Dekor hervorzuheben. Der Entwurf stammt von Henri Bergé oder Emil Wirtz (Taxe: 4.500 – 5.500 €). Ebenfalls einen ausgefallen Dekor in Form von Zweigen mit Blattwerk und Blüten eines Tränenden Herzens ziert eine Vase von Burgun, Schverer & Co. Die um 1895-1900 gefertigte Vase geht mit 4.500 – 5.500 € in die Auktion.

 

In der Sparte des modernen Glases kommt eine bedeutende Vase von Lino Tagliapietra zum Aufruf. Tagliapietra entwickelte über die Jahre seinen ganz eigenen und sehr markanten Stil. Die Vase dieser Auktion mit dem Titel „Hopi“ besteht aus farblosem, rot unterfangenem Glas mit schwarzen Fadeneinschmelzungen zwischen den Schichten (Taxe: 4.000 bis 6.000 €). Im Rahmen der Auktion kommt ebenfalls eine 100 Exponate namhafter Künstler umfassende Sammlung von Studiogläsern zur Versteigerung. Hierunter befinden sich Arbeiten von Czeslaw Zuber, Erwin Eisch, Ann Wärff, Stanislaw Borowski, David Huchthausen und Isgard und Klaus Moje. Ein Highlight dieser Sammlung ist das Objekt „Ehre dem Alter“, ein partiell geschliffener und polierter Block aus grünem Glas des Glaskünstlers Jan Fisar von 1998 (Taxe: 2.000 bis 3.000 €). Der in Tschechien geborene Fisar gehört zweifellos zu den bekanntesten Studioglaskünstlern aus seinem Land und erfährt höchstes internationales Ansehen. Im Bereich der Stängelgläser sticht ein sehr seltenes Trinkglas von Carl Georg von Reichenbach für die Glashütte Benedikt von Poschinger in Oberzwieselau hervor (Taxe: 2.000 bis 2.500 €).

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