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Tapisserien-Fragment mit einer Szene aus dem Trojanischen Krieg

32 - Tapisserien-Fragment mit einer Szene aus dem Trojanischen Krieg

Wolle und Seide. Partiell restauriert, hinterfüttert. 204 x 190 cm Vielfigurige Darstellung einer höfischen Gesellschaft. Im Zentrum der rechten, aus sechs Personen bestehenden Gruppe erscheint, durch gotische Minuskeln als ''menelaus'' bezeichnet der Herrscher Spartas Menelaos. An seiner Seite ist die junge, schöne Helena, die einen Trinkpokal gereicht bekommt. Entouriert wird das Paar von höfisch gekleideten Figuren. Am linken Bildrand bildet sich eine Gruppe aus zwei Damen und zwei Jünglingen, hinter denen auf einer Borte reich verzierte, goldene Gefäße stehen. Im Hintergrund gibt ein Arkadenbogen den Blick in eine hügelige, baumbestandene Landschaft frei. Charakteristisch für Tapisserien aus Brüssel ist die große Anzahl der würdevoll und dicht gedrängt dargestellten Figuren. Die Gewänder sind reich in plastischen Falten um die großen Gestalten drapiert. Die Tapisserie zeichnet sich durch ihre reizvolle Farbigkeit der Gewänder in kontrastierendem Rot, Grün und Blau mit hell schattierten Falten aus. Der Trojanische Krieg war ein beliebtes Thema im 15. und 16. Jahrhundert. Als literarische Grundlage diente u.a. ein Werk Benoît de Sainte-Maure. Sein in mehr als 50 Handschriften erhaltenes Werk ist das erfolgreichste und bedeutsamste aus der um 1170 und dokumentiert die florierende Gattung der sog. antikisierenden Romane. Es wurde für den englischen Hof von Heinrich II. Plantagenet und seiner Gattin Eleonore von Aquitanien verfasst. Als stoffliche Vorlage des Werkes diente nicht das damals in Westeuropa nur vom Hörensagen bekannte Epos Homers, die Ilias, sondern zwei angeblich von Augenzeugen verfasste, tatsächlich aber apokryphe spätantike lateinische Darstellungen des trojanischen Krieges. Der Roman de Troie wurde nach 1200 offenbar für ein eher städtisch-bürgerliches Publikum in eine stark raffende, weitgehend auf die bloße Handlung reduzierte Prosaversion umgeschrieben. Verbreitung in ganz Europa fand der Troja-Stoff à la Benoît in einer mittellateinischen Prosabearbeitung, der Historia destructionis Troiae. Im Frankreich des 13. bis 16. Jahrhundert war die Geschichte Trojas auch aus ideologischen Gründen bedeutsam, denn die französischen Könige leiteten damals ihre Abstammung von einem legendären Francus her, der sich bei der Eroberung Trojas durch die Griechen zusammen mit dem späteren Rom-Gründer Aeneas auf ein Schiff gerettet und seinerseits das erste Frankenreich (Francia) gegründet habe. Wie beliebt das Thema des Trojanischen Krieges auf Bildteppichen war belegen unzählige königliche Aufträge, die in flämischen Werkstätten angefertigt wurden. 1472 wurde ein Zyklus an Karl des Kühnen geliefert, 1476 an Federico da Montefeltro in Urbino, 1488 an König Heinrich VII von England sowie 1492/93 and Karl VIII von Frankreich und König Ferdinand von Neapel. 1495 bestellte selbst Matthias Corvinus, König von Ungarn, einen Zyklus. Die bedeutendste Folge von Bildteppichen mit dem Trojanischen Krieg besteht aus vier Teilen und befindet sich heute in der Kathedrale von Zamora. The tapestry is depicting various groupings of figures. It shows figures in fashionable contemporary 16th century dress. It is depicting Menelaus from the story of Troy, with an interior scene. ''mene laus'' is inscribed on the man's robe. In the center Helena receives a cup from a woman who is holding a sceptre. Several courtly figures look on. A group of vessels are displayed on a shelf to the left. There are trees in the distance. The poem ''Le Roman de Troie'', written by Benoît de Sainte-Maure between 1155 and 1160, was a medieval retelling on the epic theme of the Trojan War which inspired a body of literature and art. Le Roman de Troie influenced the works of many in the West, including Chaucer and Shakespeare. The audience for Benoît's famous poem was an aristocratic one, for whom this retelling, and the romans antiques in general, served a moral purpose, a ''mirror for princes'' within the larger didactic genre of mirror literature. One of the most successful sets of the late 15th century showing the Trojan War was supplied in 1472 to Charles the Bold. Other editions of the same set were sold to Frederico da Montefeltro in 1476 and to King Henry VII of England in 1488. In 1492-93 yet other copies are mentioned in the possesion of King Charles VIII of France and King Ferdinand of Naples, and finally Matthias Corvius, king of Hungary, owned a set in 1495. The most important group consist of four pieces is now in the cathedral of Zamora. Literatur: Ausstellungskatalog: Chefs-d`oeuvre de la tapisserie du XIVe au XVIe siècle, Paris 1973, 49-52. G. Delmarcel: Flemish Tapestry, Tielt 1999, 36.

Franco-Flämisch, wohl Brüssel, Anfang 16. Jh.

Katalogpreis: 20.000 - 30.000 €

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