Vorbericht Auktion 286 "Kunst, Antiquitäten, Russische Kunst & Schmuck"

Vorbericht Auktion "Kunst, Antiquitäten, Russische Kunst & Schmuck"

Das Auktionsangebot an den zwei Auktionstagen am 14. und 15. Mai ist dieses Mal sehr bunt gemischt und bietet zahlreiche Highlights. Am Freitag werden rund 400 Objekte Russische Kunst angeboten. Hierbei kommen neben russischem Silber, Porzellan, Glas und Gemälden verschiedenster Epochen auch rund 200 russische und griechische Ikonen aus dem 16. - 20. Jh. zum Aufruf. Hervorzuheben ist eine griechische Ikone, die die Enthauptung der 10 Märtyrer von Kreta unter Kaiser Decius zeigt. Dieses Motiv ist eine absolute Rarität. Die Ikone, die aus Kreta und aus dem späten 17. Jh. stammt, ist auf 9.000 bis 10.000 € geschätzt. Eine monumentale bulgarische Ikone aus dem 19. Jh. zeigt in feinster Malweise den Heiligen Georg. Die 114 cm hohe Ikone ist auf 7.000 bis 8.000 € geschätzt. Ebenfalls aus Bulgarien stammt eine Ikone des Malers Nikolai Popavich aus Shipka, Sohn des Ikonenmalers Pavel Zograf. Beide waren unter anderem im Sokol-Kloster tätig. Die 121 cm hohe Ikone zeigt den heiligen Nikolaus. Sie ist signiert und auf 1883 datiert (Taxe: 5.000 – 6.000 €).

 

Im Bereich des russischen Silbers ist ein bedeutendes Silberservice der St. Petersburger Silbermeister Nicholls & Plincke aus dem Jahr 1848 hervorzuheben. Nicholls & Plinke gründeten 1829 ein Geschäft in St. Petersburg, welches schnell zu einer der bedeutendsten Silber- und Schmuckgeschäfte in Russland wurde. So haben sie auch Weihnachtsgeschenke für den Zaren Nikolaus I und seine Familie entworfen. Das Prunkservice in dieser Auktion besteht aus einem großen Tablett, Teekanne, Kaffeekanne, Zuckerschale mit Zuckerzange, Sahnegießer, Henkelschale, Schale, Samowar mit Stövchen und 12 Teelöffeln. Das gesamte Service befindet sich in einer massiven Holzkiste. (Taxe: 25.000 – 30.000 €). Mit bunten Blattranken und Blüten aus Cloisonné-Email ist eine Zuckerdose und ein Sahnegießer verziert. Das zweiteilige Set des Moskauer Meisters Wasilij Semenow Agafonow ist mit 4.000 € angesetzt.

 

Zur Versteigerung kommen auch sieben Positionen aus einer Bonner Ausstellung aus dem Jahr 1989. Die Ausstellung wurde anlässlich eines Treffens von Helmut Kohl mit Mikhail Gorbatschow zur Verhandlung der Wiedervereinigung durchgeführt Hierbei handelt es sich um sowjetisches Porzellan der Manufakturen Lomonosow, Kislowodsk und Dulewo.

 

Am Samstag kommt ein Nachlass des Künstlers Robert Büchtger (23.09. St. Petersburg – 28.03.1951 München) zum Aufruf. Dieser Nachlass umfasst circa 40 Positionen von Grafiken über Zeichnungen bis hin zu Gemälden. Büchtger studierte an der Petersburger Kunstakademie bis 1879, danach an der Düsseldorf Akademie. Sein Frühwerk umfasst überwiegend russische Volkstypen, später setzte er seinen Schwerpunkt auf deutsche Volkstypen, sowie Tier und bayrische Landschaftsdarstellungen. Die Werke der Auktion spiegeln diese zweite Phase des Künstlers wieder.

 

Im Bereich Kunsthandwerk kommt ein musealer Schreibkasten mit Wismutmalerei zur Versteigerung. Wismutkästchen entstanden zwischen dem späten 15. bis ins 18. Jh. Das Metall wurde als Pulver in einem Bindemittel angerieben und auf grundierte Holztafeln gestrichen. Mittels Politur erhielt man eine glänzende Schicht, die teils mit deckend aufgetragenen Farben bemalt wurde. Der Deckel des Kästchens aus dieser Auktion zeigt die alttestamentarische Szene mit Judith und dem Kopf des Holofernes. Der um 1580 entstandene Kasten ist auf 4.500 bis 5.500 € taxiert. Ein bedeutendes Paar Zinnkannen des Meisters Peter Gümmersbach aus Köln stammt ursprünglich aus dem Rat der Stadt Neuss. Die Ratskannen ziert auf der Schauseite das Wappen der Stadt Neuss mit Datierung „1674“. Das Kannenpaar ist auf 45.000 bis 55.000 € geschätzt.

 

Im Rahmen der Auktion werden auch rund 250 Schmuckstücke, Uhren und Edelsteinarbeiten zum Aufruf kommen. Ein Highlight in dieser Spare ist eine historische um 1880/1890 gefertigte „Schmetterlingsbrosche“. Die Flügel sind mit unterschiedlich großen Diamanten (ca. 6,6 ct.), sowie Rubine und Saphiren verziert. Der Korpus aus Platin und Gelbgold ziert ein Smaragd und ein Ceylon-Saphir (ca. 2,0 ct., ca. 14,6 g). Die Brosche ist mit 7.000 – 9.000 € angesetzt. Feinste Uhrmacherei spiegelt sich in den so genannten „Ewigen Kalendern“ wieder. Ein seltenes Werk der Marke Ebel kommt in dieser Auktion für 15.000 – 18.000 € zum Aufruf. Die Objekte können nur nach vorheriger Terminvergabe von Montag, 10. Mai – Donnerstag, 13. Mai besichtigt werden. Den vollständigen Katalog finden Sie drei Wochen vor der Auktion unter www.auctions-fischer.de.

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