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Auktionshaus Dr. Fischer

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Dr. Fischer Kunstauktionen

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Nachbericht Auktion 262 "Europäisches Glas und Studioglas"

Nachbericht Auktion 262 "Europäisches Glas und Studioglas"

Zwei Sammlungen und insgesamt fast 1000 Glasobjekte mit zahlreichen Highlights bescherten am vergangenen Samstag dem vollen Auktionssaal eine äußerst erfolgreiche und stimmungsvolle Spezialauktion mit gläsernen Kunstwerken.

 

Den höchsten Preis der Auktion erzielte ein besonderes Stück im Bereich des alten Glases. Der äußerst seltene Krautstrunk (Lot 161) aus dem 15. Jahrhundert besticht vor allem durch einen absolut perfekten Zustand, bedenkt man nämlich die Historie als Tauchfund in einem See in Bayern. In den letzten Jahrhunderten war es üblich, im Winter den Hausmüll auf der Eisschicht der zugefrorenen Seen abzuladen, wodurch dieses Glasobjekt im Frühling auf den Grund des Sees gelangte. Ein Krautstrunk war eines der beliebtesten und verbreitetsten Trinkgläser in Mitteleuropa während des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, das durch eine besondere Nuppen-Dekoration auffällt. Neben ihrem dekorativen Effekt, erfüllten sie den Zweck, dass das Glas auch mit fettigen Fingern während einer Mahlzeit fest in der Hand lag. Drei Telefonbieter erkannten das besondere und seltene an diesem Glasstück und steigerten die Taxierung bis der Hammer schließlich bei 21.000 Euro fiel.

 

Die Berliner Privatsammlung von Barbara & Christian Sendtner-Voelderndorff überzeugte vor allem durch markante und besondere Gläser des französischen Jugendstils. Ein absolutes Highlight war dabei die seltene Vase mit Ahorndekor (Lot 510) von Emile Gallé aus Nancy. Diese aufwendige Atelierarbeit aus der Kombination fein ausgeführter Reliefgravur und einer ansprechenden Farbwahl von gedeckten Brauntönen mit kräftigem Türkis und Gelb bestätigte die hohe Taxierung von 10.000 Euro. Ein extra angereister Saalbieter setzte sich gegen zwei Telefonbieter durch und durfte für 16.000 Euro diese außergewöhnliche Gallé-Vase mit nach Hause nehmen. Im Bereich der Trinkgläser überzeugte die Einzigartigkeit eines einzelnen Weinglases (Lot 768) gleich mehrere Kunden. Nach einem Entwurf von Ludwig Heinrich Jungnickel für J. & L. Lobmeyr in Wien gefertigt, fasziniert das schlichte Design aus stilisierten Tiermotiven und der Brozitemailmalerei in Schwarz. Ein einfaches Gebrauchsglas wird durch den harmonischen Entwurf des für seine Illustrationen von Tieren bekannten Jungnickel zu einem gläsernen Kunstwerk. In einem Telefonbietgefecht verdoppelte sich daher der Schätzpreis und erzielte stolze 15.000 Euro.

 

Im Bereich des modernen Glases überzeugte eine bedeutende Plastik (Lot 862) nach einem Entwurf von Pablo Picasso aus dem Jahr 1960. Die als „Ninfa“ betitelte Glasfigur aus der Serie „Ninfe e Fauni“ ist eines von nur acht Exemplaren und aus kobaltblauem Glas von I.V.R. Mazzega in Murano ausgeführt worden. Völlig berechtigt bei dieser ästhetisch ausgewogenen Arbeit eines so namhaften Künstlers wurde die Figur für 19.000 Euro zugeschlagen.