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Auktionshaus Dr. Fischer

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Dr. Fischer Kunstauktionen

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Nachbericht Auktion 255 "Russian Art & Icons"

Nachbericht Auktion 255 "Russian Art & Icons"

Das Auktionshaus Dr. Fischer widmet sich jährlich mit zwei Spezialauktionen rein der Russischen Kunst. Hierbei kommen neben Ikonen verschiedenster Epochen auch qualitätsvolle Gemälde, Silberarbeiten, Porzellane oder auch Kunsthandwerk unter den Hammer. Das Herzstück der Frühjahrsauktion vom 5. April waren rund 450 Ikonen. Beginnend mit seltenen Ikonen aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu ausgewählten Werken aus dem 20. Jahrhundert, kamen Ikonenliebhaber verschiedenster Epochen auf ihre Kosten. So wurde eine vollständige Ikonostasen-Ikone für 5.000 € an einen deutschen Bieter versteigert. Sehr schön anzusehen ist eine großformatige Ikone, die die alttestamentliche Dreifaltigkeit zeigt. In sehr detailliert ausgeführter Malweise wird hier das Geschehen um Abrahams Gastfreundschaft in mehreren Szenen dargestellt. Die Ikone zeichnet sich vor allem durch eine außerordentliche Malweise aus, die durch eine feine Modellierung der Gesichter und einen dominierenden Farbkontrast der Gewänder in Rot und Grün unterstrichen wird. Bei der Ikone handelt es sich um eine Stiftung an ein russisches Dorf aus dem Jahr 1896. Den Zuschlag erhielt ein russischer Bieter für 10.200 €. Eine monumentale Ikone mit dem seltenen Thema „Samstag -Aller Heiligen“ aus dem frühen 20. Jahrhundert wurde ebenfalls für 10.200 € versteigert. Auch Sammler von Ikonen mit prunkvollen Silberokladen durften sich an dem reichen Angebot mit Silber- und auch Cloisonné-Email-Verzierungen erfreuen. Hervorzuheben ist hierbei eine schön gemalte Gottesmutter von Tichwin (Tichwinskaja) mit Kasaner Siberriza von 1792. Die mit 2.200 – 2.500 € sehr attraktiv geschätzte Ikone erzielte einen Erlös von 12.000 €.

 

Ein Fokus der Offerte der Russischen Auktion im Hause Fischer liegt auch auf der Sparte des Russischen Silbers. Ein Highlight dieser Frühjahrsauktion war ein großer, prunkvoller Moskauer Silberhumpen des Meisters Peter Semenov aus dem Jahr 1739. Der Humpen mit umlaufend getriebener Szene, wie Moses Wasser aus dem Felsen schlägt, wurde für 20.000 € an einen amerikanischen Bieter verkauft.

 

Wie die letzten Spezialauktionen Russischer Kunst zeigten, standen vor allem die Gemälde des späten 19. Jahrhunderts sowie des frühen 20. Jahrhunderts hoch im Kurs. In dieser Auktion kamen drei Gemälde des Künstlers Nicolai Petrowitsch Bogdanow-Belsky (1868 Shitiki – 1945 Berlin) zur Versteigerung. Bogdanow-Belsky ist vor allem für seine unbeschwerten, fröhlichen Kinderbilder, die sein impressionistisches Hauptwerk darstellen, bekannt geworden. Ein Beispiel hierfür ist das in dieser Auktion versteigerte, sehr stimmungsvolle gemalte Gemälde, das ein Mädchen mit Kopftuch in winterlicher Landschaft zeigt. Den Zuschlag erhielt ein russischer Bieter für 44.000 €.

 

Ein Bietgefecht entstand um zwei seltene, um 1860 entworfene Pokalgläser aus der Kaiserlichen Glasfabrik St. Petersburg. Die mit Reliefgold, Transparentemailmalerei und mit polychromen Glasperlen besetzten Gläser wurden für 8.300 € und 3.500 € versteigert. Eine Bronzebüste von Zar Peter den Großen von Robert Robertowitsch Bach (1859 St. Petersburg – 1922 Leningrad) erzielte einen Erlös von 9.600 €.